Im März 2011 erfasste die Stadt Leipzig in Kindertagestätten der Freien Träger alle Bring- und Abholzeiten der betreuten Kinder. Die Erhebung enthielt neben den Vollnamen der Kinder auch Urlaubs- und Fehlzeiten. Die Daten sind seither beim Jugendamt gespeichert und werden dort noch immer ausgewertet.
Hintergrund der Erhebung sind Überlegungen des Jugendamtes, den zeitlichen Umfang der Kitabetreuung für Eltern zwangsweise einzuschränken, um Kosten zu sparen.
Bereits nach Bekanntwerden der vor den Eltern geheimgehaltenen Erhebung forderten einige Eltern von der Stadt die Löschung ihrer Sozialdaten und drohten anderenfalls mit rechtlichen Schritten (Schreiben der Eltern hier). Die Stadt lenkte zunächst scheinbar ein und sicherte zu, dass die Daten von den Kitas nur noch anonymisiert an die Stadt übermittelt werden sollten (Schreiben der Stad hier). Wie sich jetzt herausstellte, erfolgte diese Anonymisierung durch die Einrichtungen aber fast flächendecken nicht.
Die Stadt Leipzig verweigerte die Kooperation mit dem von der BI „Kita-Kürzungen-stoppen“ eingeschalteten Sächsischen Datenschutzbeauftragten. Auch der Forderung des Beauftragten nach Löschung der Daten kam die Stadt bisher nicht nach.
Daher sprach der Sächsische Datenschutzbeauftragte nun eine förmliche Beanstandung gegenüber der Stadt aus, verbunden mit der Auflage, alle Daten und hieraus gezogenen Erkenntnisse zu löschen (Schreiben des Sächsischen Datenschutzbeauftragten hier). Weiterlesen